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Wechsel zwischen geringfügigem und vollversichertem Beschäftigungsverhältnis


Der Wechsel von vollversicherter auf eine geringfügige Beschäftigung (oder umgekehrt) führt immer wieder zu Missverständnissen bei den notwendigen Meldungen. Wir informieren Sie, welche Meldungen wann zu erstatten sind.

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Monatliche Geringfügigkeitsgrenze

Die monatliche Geringfügigkeitsgrenze beträgt 2012 EUR 376,26.

Überschreitet bei arbeitsrechtlich aufrechtem Beschäftigungsverhältnis das monatliche sozialversicherungspflichtige Gesamtentgelt die monatliche Geringfügigkeitsgrenze, liegt eine Vollversicherung vor.

Wird bei arbeitsrechtlich aufrechtem Beschäftigungsverhältnis mit dem sozialversicherungspflichtigen Gesamtentgelt die monatliche Geringfügigkeitsgrenze in einem Kalendermonat nicht überschritten, tritt nur die Teilversicherung in der Unfallversicherung ein.

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Untermonatige Änderung des Entgeltes bei arbeitsrechtlich aufrechtem Beschäftigungsverhältnis

Wechsel von Teilversicherung in der Unfallversicherung auf Vollversicherung

Kommt es untermonatig während eines arbeitsrechtlich aufrechten, bisher bis zur Geringfügigkeitsgrenze entlohnten Beschäftigungsverhältnisses zu einer Erhöhung des sozialversicherungspflichtigen Entgeltes und wird dadurch die Geringfügigkeitsgrenze überschritten, liegt ab Beginn des betreffenden Kalendermonates eine Vollversicherung vor: 

  • Die ab Beginn dieses Kalendermonates gültige neue Beitragsgruppe und das sozialversicherungspflichtige Gesamtentgelt sind mittels Änderungsmeldung bekanntzugeben – innerhalb von sieben Tagen nach Ablauf des Kalendermonates, für den die neue Beitragsgruppe erstmals anzuwenden ist.


Wechsel von Vollversicherung auf Teilversicherung in der Unfallversicherung
Kommt es untermonatig während eines arbeitsrechtlich aufrechten, bisher über der Geringfügigkeitsgrenze entlohnten Beschäftigungsverhältnisses zu einer Verminderung des sozialversicherungspflichtigen Entgeltes und wird dadurch die Geringfügigkeitsgrenze unterschritten, liegt ab Beginn des folgenden Kalendermonates eine Teilversicherung in der Unfallversicherung vor:

  • Die ab Beginn dieses Kalendermonates gültige neue Beitragsgruppe und das sozialversicherungspflichtige Gesamtentgelt sind mittels Änderungsmeldung bekanntzugeben – innerhalb von sieben Tagen nach Ablauf des Kalendermonates, für den die neue Beitragsgruppe erstmals anzuwenden ist.

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Änderung des Entgeltes bei arbeitsrechtlich aufrechtem Beschäftigungsverhältnis zu Beginn eines Kalendermonates bereits bekannt

Ist bereits am Ersten eines Kalendermonates bekannt, dass ab diesem Zeitpunkt nur eine vollversicherte oder geringfügige Beschäftigung vorliegen wird, so endet die Vollversicherung oder die Teilversicherung in der Unfallversicherung mit dem Ende des vorangegangenen Kalendermonates.

  • Die ab dem Ersten des Kalendermonates gültige neue Beitragsgruppe und das sozialversicherungspflichtige Entgelt sind mittels Änderungsmeldung bekanntzugeben – bis zum Siebenten des Kalendermonates, für den die neue Beitragsgruppe erstmals anzuwenden ist.

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Lohnzettel bei Wechsel zwischen Geringfügigkeit und Vollversicherung während eines arbeitsrechtlich aufrechten Beschäftigungsverhältnisses

Kommt es zu einem Wechsel zwischen geringfügiger Beschäftigung und vollversichertem Beschäftigungsverhältnis, sind zwei Lohnzettel SV getrennt nach Beitragszeiträumen zu senden.

Beispiel:
Vollversicherung von 01.01.2012 bis 29.02.2012
Geringfügige Beschäftigung von 01.03.2012 bis 30.04.2012

  • 1. Lohnzettel SV mit Beitragszeitraum von 01/2012 bis 02/2012 zur vollversicherten Beschäftigung (inklusive der Daten zur Betrieblichen Vorsorge von 01/2012 bis 04/2012)
  • 2. Lohnzettel SV mit Beitragszeitraum von 03/2012 bis 04/2012 zur geringfügigen Beschäftigung (ohne der Daten zur Betrieblichen Vorsorge)

Das Beschäftigungsverhältnis endet während des Kalenderjahres am 30.04.2012, die Lohnzettel SV sind bis zum Ende des Folgemonates (31.05.2012) zu übermitteln.

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Beschäftigungsverhältnis beginnt untermonatig arbeitsrechtlich neu

Wird eine vollversicherte Beschäftigung arbeitsrechtlich beendet und im selben Kalendermonat eine neue geringfügige Beschäftigung aufgenommen (oder umgekehrt), ist zur arbeitsrechtlich beendeten Beschäftigung innerhalb von sieben Tagen eine Abmeldung und zur folgenden Beschäftigung eine Anmeldung vor Arbeitsantritt zu übermitteln.

Weil zwei unabhängige Beschäftigungsverhältnisse vorliegen, ist die Geringfügigkeitsgrenze auf jedes Beschäftigungsverhältnis einzeln anzuwenden. Durch Beendigungsansprüche aus dem ersten Beschäftigungsverhältnis können sich zwar die Zeiten überschneiden, sozialversicherungsrechtlich dürfen die Entgelte nicht zusammengerechnet werden.

Da das Ende des einen und der Beginn des neuen Beschäftigungsverhältnisses bei derselben Dienstgeberin/beim selben Dienstgeber innerhalb desselben Kalendermonates liegen, ist kein unterjähriger Lohnzettel zu erstellen. Erforderlich sind lediglich zwei jährliche Lohnzettel SV.

Beispiel:
Vollversicherung von 01.01.2012 bis 30.09.2012
Geringfügige Beschäftigung von 01.09.2012 bis 31.12.2012

  • 1. Lohnzettel SV mit Beitragszeitraum von 01/2012 bis 09/2012 zur vollversicherten Beschäftigung (inklusive der Daten zur Betrieblichen Vorsorge von 01/2012 bis 09/2012)
  • 2. Lohnzettel SV mit Beitragszeitraum von 09/2012 bis 12/2012 zur geringfügigen Beschäftigung (inklusive der Daten zur Betrieblichen Vorsorge von 09/2012 bis 12/2012)

Die Lohnzettel SV sind bis 28.02.2013 zu übermitteln.

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Hinweis zur Auflösungsabgabe ab 2013

Bei Beendigung eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses fällt keine Auflösungsabgabe an.

Lohnschwankungen, die bei einem grundsätzlich voll- und arbeitslosenversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zu einer geringfügigen Beschäftigung führen, lösen keine Auflösungsabgabe aus, da das Beschäftigungsverhältnis nicht beendet wird. In derartigen Fallkonstellationen erfolgt eine Änderungsmeldung durch die Dienstgeberin/den Dienstgeber.

Wird jedoch ein arbeitslosenversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis tatsächlich beendet und ein neues Beschäftigungsverhältnis als geringfügige Beschäftigung bei derselben Dienstgeberin/beim selben Dienstgeber begonnen, ist eine Ab- bzw. Anmeldung zu erstatten. In diesen Fällen ist die Auflösungsabgabe zu entrichten.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Geringfügigkeit von Beschäftigungsverhältnissen und zur Beitragsabrechnung finden Sie über den nebenstehenden Link unter „Mehr zum Thema“.

Für Fragen zur Beitragsabrechnung wenden Sie sich bitte an uns:

Service-Line +43 1 601 22-2727

linkE-Mail: office.ba@wgkk.at