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FAQ - speziell für Auftraggeber/innen (AG)

Um einen rascheren Zugang zum komplexen Thema "Auftraggeber/innenhaftung" zu ermöglichen, wurden die folgenden FAQs speziell für Sie in Ihrer Rolle als Auftraggeber/in erstellt.

Da die Abgrenzung nicht einfach ist, ersuchen wir Sie auch die FAQs speziell für Auftragnehmer/innen (AN) zu beachten.


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Kann jede/r Auftraggeber/in zur Haftung herangezogen werden?

Nein. Eine Haftung kann nur dann anfallen, wenn die übernommenen Leistungen vom Auftraggeber/der Auftraggeberin nicht selbst durchgeführt werden, sondern ganz oder teilweise an ein anderes Unternehmen weitergegeben werden. Eine Haftung für "Nichtunternehmer/innen" z.B. private "Häuselbauer" besteht nicht.

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Wie kann ich als Auftraggeber/in vermeiden, zur Haftung herangezogen zu werden?

Die Auftraggeber/innenhaftung für das beauftragende Unternehmen entfällt, wenn das von Ihnen beauftragte Unternehmen zum Zeitpunkt der Leistung des Werklohns in der Gesamtliste der haftungsfreistellenden Unternehmen (HFU-Gesamtliste) aufscheint.

Die Auftraggeber/innenhaftung kann - falls das beauftragte Unternehmen zum Zeitpunkt der Leistung des Werklohns nicht in der HFU Liste aufscheint - nicht geltend gemacht werden, wenn Sie 25% des zu leistenden Werklohns (Haftungsbetrag) nicht an den/die Auftragnehmer/in, sondern an das Dienstleistungszentrum bei der WGKK überweisen.
Beachten Sie bitte auch folgenden Link über die mit 1.7.2011 in Kraft getretene Haftung für vom Finanzamt einzuhebende lohnabhängige Abgaben.

  linkHaftung für vom Finanzamt einzuhebende lohnabhängige Abgaben. 

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Was versteht man unter "vom Finanzamt einzuhebende lohnabhängige Abgaben"?

Diese umfassen die Lohnsteuer, den Dienstgeberbeitrag und den Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag.

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Welche Vorteile hat die Zusammenarbeit mit einer in der HFU-Liste registrierten Firma für mich als Auftraggeber/in?

  • Es kann Sie keine Haftung treffen, sofern das beauftragte Unternehmen zum Zeitpunkt der Leistung des Werklohns in der HFU-Gesamtliste aufscheint.
  • Sie können daher die vollen Rechnungsbeträge an den/die Auftragnehmer/in überweisen.
  • Eine Evidenzhaltung des Restbetrages bzw. eine Überweisung an das DLZ-AGH ist nicht erforderlich.

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Inwieweit kann die Haftung mein Unternehmen in der Rolle als Auftraggeber/in treffen?

Sie haften maximal für 20% des gebührenden Werklohns, soferndas beauftragte Unternehmen Beitragsrückstände bei einem Krankenversicherungsträger aufweist bzw bei Beauftragung eines Einpersonenunternehmens ohne Dienstnehmer, dieses Beitragsrückstände bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft aufweist.

Eine 5% ige Haftung kann Sie für die vom Finanzamt einzuhebenden lohnabhängigen Abgaben treffen.Die Auftraggeberhaftung erstreckt sich unabhängig davon auf jedes weitere beauftragte Unternehmen, wenn die Beauftragung auf eine Umgehung der Haftung abzielt und das beauftragende Unternehmen dies wusste bzw. ernstlich für möglich halten musste.

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Wann muss ich in meiner Eigenschaft als Auftraggeber/in in die HFU-Liste Einsicht nehmen?

Sie sollten am Tag der Überweisung des Werklohnes in die HFU-Gesamtliste Einsicht nehmen. Den Zeitpunkt der Überweisung an den/die Auftragnehmer/in haben Sie als Auftrag gebendes Unternehmen nachzuweisen. Abweichend davon ist der der Überweisung (Leistungszeitpunkt) vorangehende Kalendertag maßgeblich, wenn an diesem die elektronische Einsichtnahme in die HFU-Liste erfolgte und die tagesgleiche Erteilung des Auftrages zur Zahlung des Werklohnes unmöglich oder unzumutbar war.

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Was versteht man unter einem Umgehungsgeschäft?

Ein Umgehungsgeschäft kann u.a. daran erkannt werden, dass das beauftragte Unternehmen keine eigenen Bauleistungen erbringt, kein technisches oder kaufmännisches Fachpersonal aufweist, in einem gesellschaftsrechtlichen Abhängigkeitsverhältnis zum beauftragenden Unternehmen steht oder der Auftrag aufgrund eines deutlich "unterpreislichen" Angebots erteilt wurde.

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Was versteht man unter dem Begriff Werklohn?

Als Werklohn gilt das gesamte für die Erfüllung des Auftrages zu leistende Entgelt; als Leistung des Werklohnes gilt auch jede Teilleistung dieses Entgeltes; als Leistung gilt insbesondere auch die Erfüllung durch Aufrechnung seitens des Auftrag gebenden Unternehmens oder des beauftragten Unternehmens.

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Wann tritt die Haftung des Auftraggebers/der Auftraggeberin ein?

Die Haftung des Auftraggebers/der Auftraggeberin tritt mit dem Zeitpunkt der Zahlung des Werklohnes ein und umfasst alle vom beauftragten Unternehmen zu entrichtenden Beiträge und Umlagen, die bis zum Ende jenes Kalendermonates fällig werden, in dem die Leistung des Werklohnes erfolgt.

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Wann kann die Haftung frühestens geltend gemacht werden?

Die Haftung kann dann geltend gemacht werden, wenn zur Hereinbringung der Beiträge und Umlagen erfolglos Exekution geführt wurde oder bezüglich des beauftragten Unternehmens ein Insolvenztatbestand nach § 1 IESG vorliegt.

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Welche Rechtswirkung hat die Überweisung des 25%igen Haftungsbetrages an das DLZ-AGH?

Die Überweisung des Haftungsbetrages wirkt gegenüber dem beauftragten Unternehmen schuldbefreiend.
Weiters entfällt eine etwaige Haftung gemäß § 67a Abs.1 ASVG für rückständige Sozialversicherungsbeiträge und gem. § 82a EStG 1988 für rückständige Lohnabgaben des beauftragten Unternehmens.

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Welche Informationen muss die Haftungsüberweisung enthalten?

Die Haftungsanweisung entspricht den gesetzlichen Vorgaben, wenn folgende Informationen enthalten sind:

  • Vermerk „AGH“, "AGH-SV" oder "AGH-LSt" auf der elektronischen Überweisung (Überweisungsdatensatz), je nachdem, ob Sie den Haftungsbetrag sowohl für Sozialversicherungs- als auch für lohnabhängige Abgaben (25% des Werlohnes), nur für SV-Abgaben (20%) oder nur für lohnabhängige Abgaben (5%) entrichten wollen.
  • AG: [Dienstgebernummer] [Firmenname]
  • AN: [Dienstgebernummer] ANUID: [UID-Nummer]

    bitte beachten Sie:
    (in Ermangelung einer DGNR bei natürlichen Personen ohne Dienstnehmer ist die Versicherungsnummer mit dem Zusatz „v,“ in sonstigen Fällen den Firmennamen des beauftragten Unternehmens anzuführen)
  • ReDat: [Rechnungsdatum] ReNr: [Rechnungsnummer]
  • sowie den Haftungsbetrag (siehe § 67a Abs. 1, 2, 3 und 4 ASVG).


Pro Auftragnehmer/in ist eine gesonderte Überweisung zu tätigen (Sammelüberweisungen können aus technischen Gründen nicht entgegengenommen werden).

Detaillierte Informationen zur Überweisung finden Sie unter folgendem Link:

linkMuster für Zahlschein und Onlineüberweisung

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Was versteht man unter dem Begriff Dienstgebernummer? Unterschied Dienstgebernummer - Beitragskontonummer?

Für jede/n Dienstgeber/in existiert seit der Einführung der Zentralen Partnerverwaltung (ZPV) eine Dienstgebernummer als bundesweit einheitlicher Ordnungsbegriff. Die Dienstgebernummer kann man sich aus Sicht der Unternehmen auch als eine Art "Kundennummer" vorstellen.

Sie sollte nicht mit der Beitragskontonummer verwechselt werden!

Die Beitragskontonummer dient als Ordnungsbegriff für das Beitragskonto eines Unternehmens bei einem Krankenversicherungsträger. Das Beitragskonto dient zur Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge der gemeldeten Dienstnehmer/innen.

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Wie ist bei der Zahlung von Haftungsbeträgen vorzugehen wenn mein Auftragnehmer keine Dienstgebernummer (zB. ein ausländisches Unternehmen) hat?

Es sind alle Daten wie bei anderen AGH-Überweisungen anzuführen sowie, falls vorhanden die Versicherungsnummer der natürlichen Person ohne Dienstnehmer.

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Wir sind ein Arbeitskräfteüberlasser und haben Mitarbeiter/innen im Baunebengewerbe beschäftigt. Gilt für uns auch die Auftraggeber/innen-Haftung? Ist für uns eine Aufnahme in die HFU-Liste möglich?

Die neue Auftraggeberhaftung stellt hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit darauf ab, ob Bauleistungen im Sinne des § 19 Abs 1a UStG weitergegeben werden. § 19 Abs 1a UStG bestimmt, dass er auch für die Überlassung von Arbeitskräften gilt, wenn die überlassenen Arbeitskräfte Bauleistungen erbringen. Die Auftraggeberhaftung findet daher auch bei Arbeitskräfteüberlassung Anwendung. Dabei wird die Überlassung von Arbeitskräften, welche beim beschäftigenden Unternehmen im Rahmen einer Bauleistung eingesetzt werden, so behandelt wie die Weitergabe der Erbringung von Bauleistungen iSd § 19 Abs 1a UStG. Das beschäftigende Unternehmen haftet für 20% des an das Arbeitskräfte überlassende Unternehmen für die im Rahmen einer Bauleistung tätig werdenden überlassenen Arbeitskräfte geleisteten Entgeltes, sofern das Arbeitskräfte überlassende Unternehmen zum Leistungszeitpunkt nicht in der HFU-Liste aufscheint. Gemäß § 14 AÜG Arbeitskräfteüberlassungsgesetz reduziert sich die Bürgenhaftung des Beschäftigers für die Sozialversicherungsbeiträge, der an ihn überlassenen Arbeitskräfte anteilig um jene Beträge, die dieser bereits gemäß § 67a Abs 3 Z 2 ASVG (Auftraggeberhaftung) nachweislich an das Dienstleistungszentrum überwiesen hat.Eine Aufnahme in die HFU-Liste ist für Arbeitskräfteüberlasser bei Vorliegen der Voraussetzungen möglich.

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Kann es Fälle geben, in denen ein ausländisches Unternehmen (egal ob EU oder außerhalb EU) nach österreichischem Sozialversicherungsrecht Beiträge abzuführen hat (und dies aber unterlässt) und daher die Beauftragung eines ausländischen Unternehmens ein potentielles Haftungsrisiko für uns als Auftraggeber darstellt?

Im Hinblick auf die Auftraggeberhaftung macht es keinen Unterschied, ob ein inländisches oder ein ausländisches Unternehmen beauftragt wird. Anknüpfungspunkt für eine Haftung des Auftraggebers ist allein der Umstand, ob das beauftragte Unternehmen DienstnehmerInnen beschäftigt, auf welche die österreichischen Rechtsvorschriften über die soziale Sicherheit anwendbar sind bzw der Umstand, dass in Österreich Sozialversicherungsbeiträge nach ASVG und/oder GSVG rückständig sind.

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Ist bei der Beauftragung eines ausländischen Unternehmens (egal ob EU oder außerhalb  EU) eine Haftungsbefreiung möglich?

Ja, es können 25% des Werklohnes schuldbefreiend an das DLZ-AGH angewiesen werden, auch wenn das ausländische Unternehmen keine Dienstgebernummer hat. 

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Wird bei einer § 19 (Bauleistung) Rechnung der Werklohn nicht gesondert ausgewiesen, sind dann von der gesamten Rechnung 25% an das Dienstleistungszentrum zu überweisen?

Hinsichtlich des Haftungsbetrages - im Gesetz definiert als 25 % des geleisteten Werklohnes - ist auszuführen, dass gegenständlich wie im Umsatzsteuerrecht von der Einheitlichkeit der Leistung ausgegangen wird. Man versteht daher unter Werklohn alles, was üblicherweise unter einen einheitlichen Wirtschaftsvorgang einer Werklieferung fällt (z.B. bei Errichtung eines Bauwerkes). Sowohl die Warenlieferung als auch die Arbeitsleistung fallen darunter. Wenn mehrere Aufträge oder/und mehrere Rechnungen bestehen, muss von jeder einzelnen Rechnung 25% ans DLZ überwiesen werden, um von der Haftung befreit zu sein.

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Wie ist ein vom Auftraggeber/von der Auftraggeberin zurückbehaltener Deckungsrücklass hinsichtlich der Errechnung des Haftungsbetrages in Höhe von 25% des Werklohns zu behandeln?

Ein vom Auftraggeber/von der Auftraggeberin einbehaltener Deckungsrücklass ist erst in der Schlussrechnung zu berücksichtigen. Leistet der/die Auftraggeber/in daher Teilleistungen an den/die Auftragnehmer/in, so errechnet sich der Haftungsbetrag vom tatsächlich geleisteten Werklohn. Der/die Auftraggeber/in kann daher den Deckungsrücklass einstweilen unberücksichtigt lassen und vor Errechnung der Höhe des Haftungsbetrages in Abzug bringen.
Beispiel: Die Vertragspartner einigen sich auf eine Teilleistung in Höhe von EUR 100.000,--, vereinbart ist ein Deckungsrücklass von 10%.
Der/die Auftraggeber/in hat 25% von EUR 90.000,-- (EUR 100.000,-- abzüglich EUR 10.000,-- Deckungsrücklass), daher EUR 22.500,-- an das DLZ zu überweisen.

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Wie ist ein vertraglich vereinbartes Skonto hinsichtlich der Errechnung des Haftungsbetrages in Höhe von 25% des Werklohnes zu behandeln?

Da der Haftungsbetrag nach dem Gesetzeswortlaut 25% vom tatsächlich geleisteten Werklohn beträgt, hat der/die Auftraggeber/in 25% von dem um das vereinbarte Skonto verminderten Werklohn an das DLZ zu überweisen.

Beispiel: Die Vertragspartner vereinbaren einen Werklohn in Höhe von EUR 100.000,-- sowie 2% Skonto bei Zahlung binnen 14 Tagen.
Der/die Auftraggeber/in hat 25% von EUR 98.000,-- (EUR 100.000,-- abzüglich EUR 2.000,-- Skonto), daher EUR 24.500,-- an das DLZ zu überweisen, wenn er/sie tatsächlich binnen 14 Tagen bezahlt hat.

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Wie ist ein vom Auftraggeber/von der Auftraggeberin zurückbehaltener Haftungsrücklass hinsichtlich der Errechnung des Haftungsbetrages in Höhe von 25% des Werklohns zu behandeln?

Ein vom Auftraggeber/von der Auftraggeberin einbehaltener Haftungsrücklass ist, soweit er nicht für Gewährleistungsansprüche verwendet wird, spätestens 30 Tage nach Ablauf der Gewährleistungsfrist freizugeben. Leistet der/die Auftraggeber/in daher den Werklohn (Schluss- bzw. Teilrechnungssumme) an den/die Auftragnehmer/in, so errechnet sich der Haftungsbetrag jeweils vom tatsächlich geleisteten Werklohn. Der/die Auftraggeber/in kann daher den Haftungsrücklass einstweilen unberücksichtigt lassen und vor Errechnung der Höhe des Haftungsbetrages in Abzug bringen. Gibt der/die Auftraggeber/in den Haftungsrücklass frei, hat er/sie von diesem Betrag wiederum 25% an das Dienstleistungszentrum abzuführen.

Beispiel: Die Schlussrechnungssumme beträgt EUR 200.000,--, vereinbart ist ein Haftungsrücklass von 2%.
Der/die Auftraggeber/in hat 25% von EUR 196.000,-- (EUR 200.000,-- abzüglich EUR 4.000,-- Haftungsrücklass), daher EUR 49.000,-- an das DLZ zu überweisen.
Bei Freigabe des Haftungsrücklasses sind wiederum 25% von EUR 4.000,--, daher EUR 1.000,-- am das Dienstleistungszentrum zu überweisen.

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Wenn mir ein Unternehmen, welches ich beauftragen möchte bzw. mit welchem ich bereits in vertraglicher Beziehung stehe, mitteilt, dass es in der HFU-Gesamtliste ist,

Das Dienstleistungszentrum darf Auskünfte nur an betroffene Dritte erteilen. Als betroffene/r Dritte/r ist jedenfalls ein/e Unternehmer/in zu verstehen, der/die mit dem Unternehmen in einer vertraglichen Beziehung steht. Nach Übermittlung des (Werk)Vertrages kann Auskunft erteilt werden. Ungeachtet dessen kann Ihnen das Unternehmen, das die öffentliche Zugänglichmachung seiner Daten verweigert hat, eine Bevollmächtigung zur Auskunftserteilung ausstellen.

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Wie ist eine gegenüber dem/der Auftragnehmer/in bestehende Gutschrift hinsichtlich der Berechnung des Haftungsbetrages zu behandeln?

Der an das Dienstleistungszentrum allenfalls abzuführende Haftungsbetrag in Höhe von 25 % des Werklohnes ist vom für den konkreten Werkvertrag tatsächlich geleisteten Werklohn zu errechnen und in Abzug zu bringen. Die Verrechnung mit einer Gutschrift kann der/die Auftraggeber/in erst nach Abzug des Haftungsbetrages vornehmen.

Beispiel: Der aufgrund einer Bauleistung nach § 19 Abs 1a UStG zu leistende Werklohn beträgt EUR 10.000,--. Der/die Auftraggeber/in hat eine Gutschrift des Auftragnehmers/der Auftragnehmerin in Höhe von EUR 900,--. Der Haftungsbetrag ist von EUR 10.000,-- zu errechnen und beträgt in diesem Fall daher EUR 2.500,--. Der/die Auftraggeber/in schuldet daher dem/der Auftragnehmer/in EUR 7.500,-- und kann ausgehend von diesem Betrag die Gutschrift einlösen und folglich EUR 6.600,-- an den/die Auftragnehmer/in bezahlen.

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Wie ist bei Gegenverrechnung hinsichtlich der Berechnung eines Haftungsbetrages vorzugehen?

Der Haftungsbetrag ist vor Gegenverrechnung in Abzug zu bringen.

Beispiel: A hat an B € 5.000,-- zu leisten, B an A € 10.000,--, beide Zahlungen resultieren aus der Erbringung einer Bauleistung im Sinne des § 19 Abs 1a ASVG als Subunternehmen.

Variante 1: A und B sind in der HFU-Liste:
Da in diesem Fall der gesamte Werklohn ausbezahlt werden kann, gibt es hinsichtlich der Auftraggeberhaftung nichts zu beachten. B kann daher an A € 5.000,-- leisten.

Variante 2: A scheint in der HFU-Liste auf, B nicht:
Hier ist jede Leistung gesondert zu beurteilen. Der Haftungsbetrag ist daher vor Gegenverrechnung abzuziehen. Da A in der HFU-Liste aufscheint, kann B € 10.000,-- an A leisten. Da B nicht in der HFU-Liste aufscheint, kann A zur Haftungsbefreiung 25 % an das DLZ anweisen. Der Haftungsbetrag errechnet sich daher von € 5.000,-- und beträgt € 1.250,--. A kann daher € 1.250,-- an das DLZ anweisen und € 3.750,-- an B leisten. Bei Gegenverrechnung dieser beiden Werkverträge hat daher B an A € 6.250,-- zu leisten.

Variante 3: A und B scheinen nicht in der HFU-Liste auf:
Hier ist wiederum zunächst der jeweilige Haftungsbetrag zu errechnen und an das DLZ abzuführen. A weist daher 25% von € 5.000,--, folglich € 1.250,--, B weist 25% von € 10.000,--, daher € 2.500,-- an das DLZ an. A hat daher an B € 3.750,-- zu leisten und B an A € 7.500,--. Bei Gegenverrechnung hat daher B an A € 3.750,-- zu leisten.

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Wie hat der/die Auftraggeber/in bei Beauftragung einer ARGE als Auftragnehmerin vorzugehen?

Unabhängig davon, ob die ARGE eine Dienstgebernummer hat oder nicht, kann ab 01.01.2015 der Haftungsbetrag unter Angabe aller bekannten Daten an das DLZ-AGH haftungsbefreiend und schuldbefreiend angewiesen werden.

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Wie hat ein/e Auftraggeber/in vorzugehen, wenn eine Forderungsexekution gegen den/die Auftragnehmer/in besteht?

Die Zahlung des Haftungsbetrages an das DLZ stellt einen gesetzlich normierten Haftungsbefreiungsgrund für den/die Auftraggeber/in dar. Er/sie muss dazu auch die Möglichkeit haben, wenn die Forderung gepfändet wurde. Der/die Auftraggeber/in kann daher auch bei Vorliegen einer Forderungsexekution den 25%igen Haftungsbetrag an das DLZ abführen und den Rest an den/die Gläubiger/in (z.B. Bank, Finanzamt,…) bezahlen.

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In welchen Fällen sind 25% AGH, 20% AGH-SV oder 5% AGH-LSt des Werklohnes an das DLZ zu überweisen?

Der Auftraggeber haftet sowohl für die SV-Beiträge (ASVG/GSVG) als auch für die lohnabhängigen Abgaben seiner Auftragnehmer. Um sich der beiden Haftungen zu entledigen, kann er a) Auftragnehmer aus der HFU-Liste beauftragen oder b) sich zur Zahlung des Haftungsbetrages von der jeweiligen Haftung freikaufen.
Welche der 3 möglichen Varianten der Haftungsbetragsleistung der Auftraggeber wählt, bleibt ihm überlassen.

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Kann es vorkommen, dass lediglich der Haftungsbetrag iHv 5% des Werklohns für die lohnabhängigen Abgaben abzuführen ist?

Ja. In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass Arbeitnehmer beim beauftragten Unternehmen in Österreich lohnsteuerpflichtig sind, aber nicht der Österreichischen Sozialversicherung unterliegen. In diesen Fällen hat der Auftraggeber/in nur die „AGH-LSt“ (5%) an das DLZ zu überweisen.
Beispiel: Ein spanisches Bauunternehmen S wird vom Bauunternehmen A beauftragt in Österreich über einen Zeitraum von 8 Monaten ein Bauwerk zu errichten. Das spanische Unternehmen setzt dafür seine spanischen Arbeitnehmer ein, die in Spanien der Sozialversicherung unterliegen, aber in Österreich lohnsteuerpflichtig sind.
Der Bauunternehmer A hat lediglich 5% AGH-LSt an das DLZ zu überweisen.

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