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Single Point of Contact (SPOC): Vorteile für Unternehmen in mehreren Bundesländern

Serviceorientiert aus einer Hand.


Derzeit haben mehr als 11.000 Dienstgeber mit rund 1,2 Millionen Beschäftigten Standorte in mehreren Bundesländern und damit Beitragskonten bei mehreren Gebietskrankenkassen. Mit Wirkung zum 1.1.2020 werden die neun Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zusammengefasst. Im Rahmen des Fusionsprozesses werden für Dienstgeber österreichweit einheitliche Standards geschaffen. Künftig sollen Dienstgeber alle wesentlichen Informationen unkompliziert und serviceorientiert aus einer Hand erhalten. Für bundeslandübergreifende Dienstgeber wird ein sogenannter Single Point of Contact (SPOC) als Ansprechstelle eingerichtet.

Bereits jetzt besteht zwischen Sozialversicherung und Dienstgebern eine sehr gute Zusammenarbeit. Die Pünktlichkeits- und Einbringlichkeitsquote betrugen 2018 jeweils fast 100 Prozent. Die Österreichische Gesundheitskasse wird auch weiterhin ein verlässlicher Partner für die Dienstgeber sein und unterstützend zur Seite stehen.

Was bedeutet SPOC?

Die Abwicklung wesentlicher Agenden der Österreichischen Gesundheitskasse wird für Dienstgeber mit zumindest zwei Beitragskonten in unterschiedlichen Bundesländern von einem zentralen Ansprechpartner, dem SPOC, wahrgenommen. Diese zentrale Ansprechstelle steht für wesentliche Fragen im Zusammenhang mit der Abwicklung des Melde-, Versicherungs- und Beitragsbereiches zur Verfügung und koordiniert diese bundeslandübergreifend. Unternehmen mit Beitragskonten in nur einem Bundesland, sind demnach nicht betroffen.

Welche Änderungen sind zu erwarten?

Auf den üblichen Geschäftsbetrieb hat der Single Point of Contact keine Auswirkung. Die bisherigen Ansprechpartner in den Gebietskrankenkassen nehmen wie gewohnt Anfragen des täglichen Betriebes entgegen. Dies betrifft beispielsweise Auskünfte zu Clearingfällen oder die Entgegennahme von Meldungen. Nur bei Maßnahmen im Zusammenhang mit der Beitragseinbringung, bei Meldeverstößen oder Verfahren tritt der SPOC als Ansprechstelle auf.

In welchem Bundesland ist der SPOC angesiedelt?

Wenn ein Dienstgeber zumindest zwei Beitragskonten in unterschiedlichen Bundesländern hat, ergibt sich der SPOC im Regelfall mit jenem Bundesland, in dem die geschäftliche Hauptanschrift (Betriebssitz) des Unternehmens liegt. Hat ein Dienstgeber z. B. Beitragskonten in Tirol und Vorarlberg und befindet sich der Firmensitz in Bregenz, so ist Vorarlberg die regionale Vertretung der ÖGK und damit der SPOC für diesen Dienstgeber. 

Für Unternehmen mit Beitragskonten in nur einem Bundesland erfolgt die regionale Abwicklung bezüglich Melde,- Versicherungs- und Beitragsangelegenheiten wie bisher.

Was wird von den Betroffenen erwartet?

Dienstgeber müssen auf Grund der Fusion zur ÖGK keine Prozesse umstellen. Dies bedeutet die Weiterführung der bestehenden Beitragskonten in den Bundesländern für alle Dienstgeber. Auch die Melde- und Zahlungsverpflichtungen bleiben unverändert. Dies gilt ebenfalls für bundesländerübergreifend tätige Dienstgeber beziehungsweise deren Bevollmächtigte (Steuerberater, Lohnverrechner etc.). 

Die Trägerschlüssel der bisherigen Gebietskrankenkassen dienen der Österreichischen Gesundheitskasse ab 1.1.2020 zur Identifikation für das zugeordnete Bundesland.

Warum ist der Beschäftigungsort wichtig?

Dienstgeber melden jede beschäftigte Person an bzw. ab. Die Form der Meldung hat elektronisch nach den von der Sozialversicherung festgelegten Datensätzen auf Grund des Beschäftigungsortes zu erfolgen. 

Nach wie vor sind Umlagen und Abgaben, die auf das Bundesland Bezug nehmen, aufrecht und von der ÖGK einzuheben, wie beispielsweise Wohnbauförderungsbeitrag oder Arbeiterkammerumlage.

Der Beschäftigungsort ist auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, Wohnbauförderungsgesetz, Arbeiterkammergesetz oder Landarbeiterkammergesetz für die Anknüpfung zum jeweiligen Bundesland maßgeblich. Eine Änderung des Beschäftigungsortes ist nach wie vor bekannt zu geben.

Was ist der Nutzen von SPOC?

  • Österreichweit einheitliche Standards in der Kundenbetreuung für Dienstgeber
  • Gleiche Vorgehensweise bei Verfahren und Sanktionen sowie allen Einbringungsmaßnahmen (Mahnungen, Verzugszinsen)
  • Ein Ansprechpartner für wesentliche Geschäftsprozesse
  • Gleichbehandlung aller Dienstgeber bundesweit
  • Verwaltungsvereinfachung für Dienstgeber

Sonstiges Wissenswertes

Die Dienstgeber haben durch die Fusion der Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse keinen Umstellungsaufwand. 

Änderungen bezüglich des elektronischen Datenaustausches mittels ELDA sind nicht vorgesehen. Daher besteht – außer den üblichen Anpassungen zu jedem Jahreswechsel – kein Handlungsbedarf in der Lohnsoftware.

Für Dienstgeber mit Beitragskonten in mehreren Bundesländern wird in Zukunft vieles schneller und einfacher. Sie erhalten für bundesweit abzuklärende Fachfragen einen einzigen Ansprechpartner. Die regionale Vertretung der Österreichischen Gesundheitskasse am Sitz des Unternehmens wird ab 2020 als Single Point of Contact agieren.

Dienstgeber, für die ein SPOC eingerichtet wird, werden bzw. wurden diesbezüglich gesondert informiert. 

Beispiele zur künftigen Aufgabenverteilung

Single Point of Contact Betreuung im Bundesland
Meldeverspätungen einfach Auskünfte
Verfahren Entgegennahme von Meldungen
Ratenvereinbarungen Auflösung von Clearingfällen
Mahnungen Zahlung der Beiträge
Verzugszinsen

Kein Mehraufwand ab 2020: Neue Gesundheitskasse, gewohnte Ansprechpartner

Für alle Dienstgeber gibt es durch die Fusion in Bezug auf das Beitragswesen und speziell die Abfuhr der Sozialversicherungsbeiträge keinerlei Mehraufwand. Die Beitragskonten bleiben wie gewohnt bestehen, die bereits hinterlegten Bankkontonummern bleiben erhalten und auch bestehende Abbuchungsaufträge werden unverändert von der Österreichischen Gesundheitskasse übernommen. 

Über WEBEKU ist für Dienstgeber die Einsichtnahme bzw. Kontrolle ihrer Beitragskonten möglich. Die Kommunikationsmöglichkeiten über dieses Kundenportal auf elektronischem Weg zwischen der Österreichischen Gesundheitskasse und dem Dienstgeber als Kunden werden weiter forciert. 

Dienstgeber mit Sitz bzw. Beitragskonto in nur einem Bundesland werden auch weiterhin von den bereits gewohnten Ansprechpartnern serviciert. Vereinheitlichungen im Zuge des Fusionsprozesses gab es beispielsweise dahingehend, dass Terminläufe österreichweit angeglichen und abgestimmt wurden. So ist nunmehr gewährleistet, dass z. B. Mahnungen bundesweit, einheitlich am gleichen Tag verschickt werden. Einheitliche Vorgehensweisen und fachliche Abstimmungen werden weiter intensiviert. 

Die Österreichische Gesundheitskasse legt größten Wert darauf, das gewohnte Serviceniveau gegenüber den Dienstgebern hochzuhalten und weiter auszubauen.