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Vollbetrieb der monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung startet


102018_Logo_mBGM_ohne-Rand.jpg Ab 1. Jänner 2019 beginnt ein neues Zeitalter in der Lohnverrechnung: Die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung (mBGM) geht in den für alle verbindlichen Vollbetrieb über. Wie bei jeder Umstellung ändern sich durch den mBGM-Einsatz auch Aufgaben und gewohnte Meldemodalitäten.

 

Kurz zusammengefasst werden folgende Ziele erreicht:

  • eine Reduktion der Meldungsarten,
  • ein vereinfachtes Tarifsystem an Stelle des komplexen Beitragsgruppenschemas und
  • ein zeitnahes, elektronisches Clearingsystem, das telefonische oder schriftliche Rückfragen für alle Beteiligten minimiert.

 

Sämtliche Informationen über die mBGM und den zentralen Arbeitsbehelf für die Umstellung, die DGservice-Sonderausgabe über die mBGM, enthält das Portal der österreichischen Sozialversicherung. Zum SV-Portal gelangen Sie über den Link unter „Mehr zum Thema“.

 

Zum Start des neuen Melde- und Abrechnungssystems mit der mBGM haben wir einige Themen ausgewählt, auf die wir Sie hier besonders aufmerksam machen wollen:

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Sachverhalte, die das Beitragsjahr 2018 betreffen

  • Sachverhalte, die das Beitragsjahr 2018 (oder gar frühere Jahre) betreffen, sind ausnahmslos mit den bis 31. Dezember 2018 gültigen Meldungen bekannt zu geben und abzurechnen.

 

  • Alle neuen Meldungen gelten ausschließlich für Sachverhalte ab 1. Jänner 2019.

 

Dazu ist zu beachten, dass viele Meldefristen für Sachverhalte, die den Beitragszeitraum Dezember 2018 betreffen, erst nach dem 31. Dezember 2018 enden. Die Meldefristen für die bis 31. Dezember 2018 gültigen Meldungen haben wir kurz zusammengefasst und stehen hier zum Downloaden bereit:

 

linkMeldefristen für die bis 31. Dezember 2018 gültigen Meldungen im Überblick (100.2 KB)

 

Einige Beispiele:

 

Beispiel 1

Die Dienstgeberin rechnet die Beiträge selbst ab und hat die Abrechnung für den Beitragszeitraum Dezember 2018 zu melden.

 

  • Da die Abrechnung den Beitragszeitraum Dezember 2018 betrifft, ist die Abrechnung mit der Beitragsnachweisung bekannt zu geben.

 

Die Meldefrist für die Beitragsnachweisung Dezember 2018 endet am 15. Jänner 2019.

 

Anmerkung: Die mBGM ist nur für Beitragszeiträume ab 1. Jänner 2019 zu verwenden.

 

Beispiel 2

Der Dienstgeber hat die Summe der Beitragsgrundlagen der von ihm pflichtversichert Beschäftigten für das Kalenderjahr 2018 zu melden.

 

  • Da die Beitragsgrundlagen die Beitragszeiträume im Kalenderjahr 2018 betreffen, sind Lohnzettel SV zu senden.

 

Die Meldefrist für diese elektronischen Lohnzettel SV endet am 28. Februar 2019.

 

Anmerkung: Die mBGM ist nur für Beitragszeiträume ab 1. Jänner 2019 zu verwenden.

 

Beispiel 3

Die Dienstgeberin rechnet die Beiträge selbst ab und hat zu einem pflichtversichert Beschäftigten die Beendigung des Dienstverhältnisses mit 31. Dezember 2018 zu melden. Dem pflichtversichert Beschäftigten steht vom 1. Jänner 2019 bis 15. Jänner 2019 eine Urlaubsersatzleistung zu.

 

Ende des Dienstverhältnisses: 31.12.2018

Urlaubsersatzleistung: 1.1.2019 bis 15.1.2019

Beitragspflichtiges Entgelt vom 1.1.2018 bis 31.12.2018: EUR 24.000,00

Sonderzahlungen für 1.1.2018 bis 31.12.2018: EUR 4.000,00

Urlaubsersatzleistung: EUR 1.000,00

Sonderzahlungsanteil an Urlaubsersatzleistung: EUR 166,67

 

  • Abmeldung (mit der ab 1. Jänner 2019 gültigen Satzart)

 

Ende des Beschäftigungsverhältnisses: 31.12.2018

Ende des Entgeltanspruches: 15.1.2019

Ende der Beitragspflicht zur Betrieblichen Vorsorge: 15.1.2019

Ende der Meldefrist am 22.1.2019

 

  • Beitragsnachweisung

 

Beitragsabrechnung mit der Beitragsnachweisung 12/2018:

Beitragspflichtiges Entgelt für Dezember 2018

Sonderzahlungsanteil an Urlaubsersatzleistung (Sonderzahlungen, also auch jener Teil, der auf die Urlaubsersatzleistung entfällt, sind immer in dem Monat zu berücksichtigen, in dem sie arbeitsrechtlich fällig werden)

Ende der Meldefrist am 15.1.2019

 

  • Lohnzettel SV

 

Beitragsgrundlagenmeldung mit Lohnzettel SV 2018:

Beitragspflichtiges Entgelt vom 1.1.2018 bis 31.12.2018 (= exklusive Urlaubsersatzleistung) EUR 24.000,00

Sonderzahlungen vom 1.1.2018 bis 31.12.2018 (= inklusive Sonderzahlungsanteil an Urlaubsersatzleistung) EUR 4.166,67

Ende der Meldefrist (bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses bis zum Ende des Folgemonates) am 31.1.2019

 

  • Monatliche Beitragsgrundlagenmeldung (mBGM)

 

Beitragsabrechnung und Beitragsgrundlagenmeldung mit mBGM 1/2019:

Urlaubsersatzleistung EUR 1.000,00

Ende der Meldefrist am 15.2.2019

 

Beispiel 4

Dem Dienstgeber werden die Beiträge vorgeschrieben und er stellt im Februar 2019 fest, dass er die den pflichtversichert Beschäftigten im Juni 2018 gebührenden Sonderzahlungen zu melden vergessen hat.

 

  • Da die Abrechnung den Beitragszeitraum Juni 2018 betrifft, sind die Sonderzahlungen mit der Sonderzahlungsmeldung umgehend bekannt zu geben. 

 

Anmerkung: Die mBGM ist nur für Beitragszeiträume ab 1. Jänner 2019 zu verwenden.

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Tarifsystem – Tarifrechner

Mit 1. Jänner 2019 löst ein überschaubares Tarifsystem das komplexe Beitragsgruppenschema ab. Daher muss jeder Dienstnehmerin und jedem Dienstnehmer der entsprechende Tarif zugeordnet werden. Um Ihnen auch diesen Vorgang zu vereinfachen, steht zum Tarifsystem ein Tarifrechner als Online-Service im SV-Portal zur Verfügung.

 

linkTarifrechner

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SV-Clearingsystem und Zuordnungsanwendung

Mit der mBGM wurde ein neues, vollelektronisches System geschaffen, das die Kommunikation zwischen Sozialversicherung und Dienstgeberinnen bzw. Dienstgebern modernisiert – das SV-Clearingsystem mit der Zuordnungsanwendung. Nun können Rückmeldungen aus dem SV-Clearingsystem stets an die aktuell für die Meldungserstattung zuständige Stelle bzw. Person übermittelt werden. Um dies zu gewährleisten, ist jedes Beitragskonto einmalig mit der ELDA-Seriennummer des Meldungserstellers zu verknüpfen. Die weiteren Informationen über das SV-Clearingsystem mit der Zuordnungsanwendung enthält das SV-Portal.  

 

linkSV-Clearingsystem

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Vor-Ort-Anmeldung an Stelle der Mindestangaben-Anmeldung

Unverändert sind die pflichtversichert Beschäftigten vor Arbeitsantritt anzumelden. Ab 1. Jänner 2019 wird die Mindestangaben-Anmeldung durch die neue Vor-Ort-Anmeldung abgelöst. Wenn der Anlassfall das Verwenden der Vor-Ort-Anmeldung erlaubt, ist der Anmeldevorgang erst durch eine nachfolgende Anmeldung und der dieser folgenden mBGM abgeschlossen. Informationen zur Vor-Ort-Anmeldung für die Anmeldung vor Arbeitsantritt finden Sie im Internetauftritt von ELDA.

 

linkVor-Ort-Anmeldung

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Separate Adressmeldung

Mit der Anmeldung werden nicht mehr die Adressen der Pflichtversicherten bekannt gegeben. Dazu dient ab 1. Jänner 2019 die neue„Adressmeldung Versicherter“. Diese Meldung ist ebenfalls zu verwenden, wenn sich die Adresse von pflichtversichert Beschäftigten ändert.

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Monatliche Meldung geringfügig Beschäftigter

Auch bei einer jährlichen Abrechnung von geringfügigen Beschäftigungen sind ab 1. Jänner 2019 die mBGM für die betroffenen Versicherten monatlich zu erstatten. Eine jährliche Abrechnung kann nur gemeinsam für den Beitrag zur Unfallversicherung (gegebenenfalls zuzüglich der Dienstgeberabgabe) und den Beitrag für die Betriebliche Vorsorge vorgenommen werden.

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Verzugszinsen für den Eintrittsmonat bzw. den Wiedereintrittsmonat

Zu folgender Regelung ist der Gesetzwerdungsprozess noch nicht abgeschlossen (aus dem Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales vom 29. November 2018 über die Regierungsvorlage für ein Bundesgesetz, mit dem das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz/ASVG geändert wird): „Ab 1. Jänner 2019 müssen die monatlichen Beitragsgrundlagen der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer grundsätzlich bis zum 15. des Folgemonats der Sozialversicherung gemeldet werden. Im Rahmen des Budgetbegleitgesetzes 2018-2019, BGBl. I Nr. 30/2018, wurde der Ausnahmefall geregelt, dass die Beitragsgrundlagen für den Eintrittsmonat erst bis zum 15. des übernächsten Monats gemeldet werden müssen, wenn das Arbeitsverhältnis nach dem 15. des Eintrittsmonats beginnt. Dies gilt auch bei Wiedereintritt des Entgeltanspruchs nach dem 15. des Wiedereintrittsmonats (§ 34 Abs. 2 ASVG in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 30/2018).

 

Nach dieser Rechtslage ist es bei Vorliegen der Voraussetzungen ausdrücklich zulässig, dass die Beitragsgrundlagenmeldung erst im übernächsten Monat erfolgt.

 

Zur Vermeidung der Vorschreibung von Verzugszinsen für den Eintrittsmonat bzw. den Wiedereintrittsmonat soll die Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge an die gesetzliche Meldefrist für die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung nach § 34 Abs. 2 ASVG angepasst werden. Danach fallen für den Zeitraum des Eintrittsmonats bzw. des Wiedereintrittsmonats keine Verzugszinsen an, wenn im übernächsten Monat die Beitragsgrundlagen gemeldet und die Beiträge entrichtet werden.“

 

Die Gesetzwerdung bleibt abzuwarten.

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Fragen-Antworten-Katalog

Als weitere Hilfe zur Umsetzung des optimierten Melde- und Abrechnungssystems steht im SV-Portal ein umfangreicher und regelmäßig aktualisierter Fragen-Antworten-Katalog zur Verfügung.

 

linkFragen-Antworten-Katalog