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Wiedereingliederungsteilzeit


Die Wiedereingliederungsteilzeit unterstützt die Rückkehr langerkrankter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Unternehmen. Eine der Voraussetzungen dafür ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Dienstgeberin bzw. Dienstgeber und Dienstnehmerin bzw. Dienstnehmer über die befristete Herabsetzung der bisherigen Arbeitszeit.

 

Der Herabsetzung der Arbeitszeit folgt ein entsprechend herabgesetzter Entgeltanspruch gegenüber der Dienstgeberin bzw. dem Dienstgeber. Das monatliche Entgelt muss jedoch über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze von EUR 446,81 für  2019 liegen.

 

Die sozialversicherungsrechtliche Beitragsgrundlage bildet während der Wiedereingliederungsteilzeit der herabgesetzte Entgeltanspruch. Dazu einige Tipps für die Beitragsabrechnung:

 

  • Musste die Pflichtversicherung wegen dem Ende des Entgeltanspruches und dem Ende des Krankengeldanspruches („Aussteuerung“) abgemeldet werden, ist eine Anmeldung mit Beginn der Wiedereingliederungsteilzeit erforderlich.
  • Beginnt die Wiedereingliederungsteilzeit während des aufrechten Entgeltanspruches, ist bei Vorschreibebetrieben eine Änderungsmeldung notwendig.
  • Während der Wiedereingliederungsteilzeit gebührt ein vor der Wiedereingliederungsteilzeit gewährtes Überstundenpauschale weiter (analog zu § 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes).
  • Wenn die Wiedereingliederungsteilzeit unterjährig beginnt und der anzuwendende Kollektivvertrag keine gegenteilige Regelung enthält, gebühren die Sonderzahlungen im Verhältnis von Vollzeit- zu Teilzeitbeschäftigung.

 

Die Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge sind während der Wiedereingliederungsteilzeit auf Basis jener Arbeitszeit  zu bemessen, die vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit gegolten hat. Dies betrifft auch die Höhe der Sonderzahlungen.

 

Nach der Rückkehr zur ursprünglichen Normalarbeitszeit werden sämtliche Beiträge vom nunmehr zustehenden Entgelt abgerechnet (Änderungsmeldung bei Vorschreibebetrieben notwendig).

 

Um den Einkommensverlust während der Wiedereingliederungsteilzeit auszugleichen, hat die Dienstnehmerin bzw. der Dienstnehmer Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld gegenüber dem Krankenversicherungsträger. Für den Bezug von Wiedereingliederungsgeld wurde eine eigene Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung geschaffen, die pensionsrechtlichen Einbußen durch die Teilzeitbeschäftigung entgegenwirkt. Diese zusätzliche Pensionsversicherung finanziert sich zur Gänze aus dem Bundesbudget.

 

Weitere Informationen über die Wiedereingliederungsteilzeit samt Beispielen und Formularen finden Sie im Internet-Auftritt des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) über den nebenstehenden Link unter „Mehr im Internet“.