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Tipps zur Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld


info_100775746.jpg Das Wochengeld ist die Barleistung aus dem Versicherungsfall der Mutterschaft. Die Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld dient zur Berechnung und Anweisung des Wochengeldes. Damit die versicherte Dienstnehmerin diese Barleistung erhalten kann, ist von der Dienstgeberin bzw. dem Dienstgeber eine Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld auszustellen. Dazu einige Tipps für die Praxis.

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Allgemeine Angaben

Bei den allgemeinen Angaben auf der Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld – wie Namen, Versicherungsnummer, Anschrift und Bankverbindung der Versicherten oder die Daten der Dienstgeberin bzw. des Dienstgebers –, darf auf die Beitragskontonummer der Dienstgeberin bzw. des Dienstgebers nicht vergessen werden. 

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Angaben zur Dauer des Beschäftigungsverhältnisses

Im Feld „Beschäftigt ab“ ist der Beginn des Beschäftigungsverhältnisses einzutragen. Bei einem neuerlichen Arbeitsverhältnis zur selben Dienstgeberin bzw. zum selben Dienstgeber gilt der letzte arbeitsrechtliche Eintritt.

 

Als „Grund d. Arbeitseinstellung“ gelten z. B. Mutterschaft, bezahlter Urlaub, unbezahlter Urlaub, Entlassung oder einvernehmliche Lösung. Auf eine etwaige Abmeldung von der Pflichtversicherung darf nicht vergessen werden.

 

Hinweise:

  • Mit der Abmeldung wird auch der Abmeldegrund bekannt gegeben. Dieser Abmeldegrund ist auf die Arbeits- und Entgeltbestätigung analog zu übernehmen (Feld „Abmeldegrund“).


  • Dauert ein unbezahlter Urlaub länger als einen Monat, endet die Pflichtversicherung mit dem Ende des Entgeltanspruches. Die Versicherte ist daher mit dem Ende des Entgeltanspruches abzumelden.

 

  • Das Feld „Letzter Arbeitstag“ ist mit jenem Tag zu belegen, an dem die Versicherte das letzte Mal vor dem Eintritt des Versicherungsfalls der Mutterschaft gearbeitet hat.
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Angabe des Arbeitsverdienstes

Das Wochengeld soll den durch die Mutterschaft entfallenden Arbeitsverdienst zur Gänze ersetzen.

 

Auf der Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld ist grundsätzlich die Summe des tatsächlichen Nettoarbeitsverdienstes aus den letzten drei Kalendermonaten vor dem Eintritt des Versicherungsfalles der Mutterschaft anzugeben.

 

Hat das Beschäftigungsverhältnis erst in dem Monat begonnen, in dem auch der Versicherungsfall der Mutterschaft eingetreten ist, so ist nur der in diesem Monat erzielte Nettoarbeitsverdienst anzugeben.

 

Bei freien Dienstnehmerinnen gilt an Stelle des Nettoarbeitsverdienstes der Bruttoarbeitsverdienst ohne Sachbezüge.

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Angabe des Nettoarbeitsverdienstes

Als Nettoarbeitsverdienst gelten alle Geld- und Sachbezüge,

  • einschließlich der die Höchstbeitragsgrundlage übersteigenden Entgeltanteile,
  • abzüglich der beitragsfreien Lohn- oder Gehaltszuschläge, die beim Aussetzen der Beschäftigung wegfallen (Ersätze für tatsächlich geleistete Aufwendungen wie z. B. Fahrtspesenvergütungen),
  • abzüglich des Anteils der Dienstnehmerin an den Sozialversicherungsbeiträgen (Kranken-, Unfall und Pensionsversicherungsbeiträge), am Arbeitslosenversicherungsbeitrag und angefallenen Anteilen der Dienstnehmerin an den Umlagen und Nebenbeiträgen (Arbeiterkammerumlage, Landarbeiterkammerumlage, Wohnbauförderungsbeitrag, Schlechtwetterentschädigungsbeitrag) und
  • abzüglich der gesondert zu berechnenden Lohnsteuer.

 

Wird der Nettoarbeitsverdienst aus besonderen Gründen nicht zum Zeitpunkt der Fälligkeit ausgezahlt, so ist dieser grundsätzlich jenem Kalendermonat zuzuordnen, in dem darauf Anspruch bestand (z.B. Überstunden, Mehrstunden etc.).

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Unterbrechung des vollen Arbeitsverdienstes

Die letzten drei Kalendermonate vor dem Eintritt des Versicherungsfalls der Mutterschaft können Zeiten beinhalten, in denen die werdende Mutter keinen oder nicht den vollen Arbeitsverdienst erhalten hat.

 

Folgende Zeiten sind als Unterbrechung anzuführen und bleiben für den Nettoarbeitsverdienst außer Betracht: 


Unterbrechung des vollen Lohnes oder Gehaltes wegen

  • Krankheit,
  • Kurzarbeit,
  • unbezahlten Urlaubes,
  • Dienstes als Schöffin oder Geschworene,
  • einer Maßnahme nach dem Epidemie- oder Tierseuchengesetz,
  • Teilnahme an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen im Rahmen der besonderen Vorschriften über die erweiterte Bildungsfreistellung,
  • Sterbebegleitung,
  • Begleitung eines schwersterkrankten Kindes und
  • Pflegekarenz.

 

Fallen in diese drei Kalendermonate nur solche Zeiten, so verlängert sich der maßgebende Zeitraum von drei Kalendermonaten um diese Zeiten.

    

Beispiel:

Vollversicherungspflichtiges Dienstverhältnis ab 1.3.2016

Arbeitsunfähigkeit von 6.7.2016 bis 31.8.2016 (100 % Entgeltfortzahlung bis 17.8.2016, 50 % Entgeltfortzahlung von 18.8.2016 bis 31.8.2016)

Eintritt des Versicherungsfalles der Mutterschaft am 12.11.2016

 

Herangezogen wird der Arbeitsverdienst in den letzten drei Kalendermonaten vor Eintritt des Versicherungsfalles der Mutterschaft vom 1.8.2016 bis 31.10.2016. Allerdings ist der Bezug des vollen Arbeitsverdienstes der letzten drei Kalendermonate vom 18.8.2016 bis 31.8.2016 unterbrochen.

 

Der einzutragende Nettoarbeitsverdienst vom 1.8.2016 bis 31.10.2016 setzt sich zusammen aus den Zeiten

  • vom 1.8.2016 bis 17.8.2016 (ab 18.8.2016 bis 31.8.2016 gebührte 50 % Entgeltfortzahlung, daher ist dieses Teilentgelt aus dem Nettoarbeitsverdienst herauszurechnen),
  • vom 1.9.2016 bis 30.9.2016 und
  • vom 1.10.2016 bis 31.10.2016.
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Berücksichtigung des Service-Entgeltes für die e-card

Fällt in den Zeitraum von drei Kalendermonaten der November und war von der Dienstnehmerin das Service-Entgelt für die e-card einzubehalten, erhöht sich der Anteil der Dienstnehmerin an den Sozialversicherungsbeiträgen um das Service-Entgelt.

 

Dieser erhöhte Anteil ist bei der Berechnung des Nettoarbeitsverdienstes für die Lohnsteuerbemessungsgrundlage als Lohnsteuerfreibetrag zu berücksichtigen.

 

Beispiel:

Angestellte, Beitragsgruppe D1

Monatlicher Bruttoarbeitsverdienst im November 2016: EUR 2.000,00

 

Beiträge zur Beitragsgruppe D1 (Sozialversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeiterkammerumlage, Wohnbauförderung): EUR 362,40

Service-Entgelt für die e-card: EUR 11,10

 

Lohnsteuerbemessungsgrundlage: EUR 1.626,50

Lohnsteuer: EUR 151,18

 

Monatlicher Nettoarbeitsverdienst im November 2016: EUR 1.475,32

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Angabe von Sachbezügen

Sachbezüge sind auf der Arbeits- und Entgeltbestätigung art- und mengenmäßig anzuführen, wenn sie der Versicherten unentgeltlich gewährt werden.

 

Beitragspflichtige Sachbezüge, die während der Wochenhilfe nicht weiter gewährt werden, zählen entsprechend dem Ausfallsprinzip zum Nettoarbeitsverdienst. Der geldwerte Vorteil dieser Bezüge ist zusammen mit den Geldbezügen in einer Summe im Formularfeld „Arbeitsverdienst in den letzten drei Monaten“ einzutragen. Zusätzlich muss das Feld „Sachbezug in Arbeitsverdienst enthalten“ angekreuzt werden.

 

Sachbezüge, die während des Wochengeldbezuges weitergewährt werden (z. B. Wohnung, PKW), gehören nicht zum ausgefallenen Nettoarbeitsverdienst. Das Formularfeld „Sachbezug, Weitergewährung während Wochengeldbezug“ ist anzukreuzen.

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Angabe von Sonderzahlungen

Bei Anspruch auf Sonderzahlungen ist anzugeben, auf wie viele Monats- oder Wochenbezüge Anspruch auf Sonderzahlungen pro Jahr besteht. Sonderzahlungen sind bei der Angabe des Nettoarbeitsverdienstes nicht hinzuzurechnen.

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Übermittlung der Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld

Die Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld ist von der Dienstgeberin bzw. dem Dienstgeber auszustellen. Damit kann die Versicherte gemeinsam mit einer ärztlichen Bestätigung über den voraussichtlichen Entbindungstag das Wochengeld beantragen.

 

Sendet die Dienstgeberin bzw. der Dienstgeber die Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld elektronisch mittels ELDA, ist der Dienstnehmerin unverzüglich eine Abschrift der vollständigen Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld auszuhändigen. Dabei sollte die Dienstnehmerin informiert werden, dass sie das Wochengeld nur mehr mit der ärztlichen Bestätigung über den voraussichtlichen Entbindungstag beantragen muss.

 

Hinweis: Werden Beitragsgrundlagen richtiggestellt, kann auch eine bereits ausgestellte Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld zu korrigieren sein.

 

Weitere Informationen über die Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld samt Ausfüllhilfen finden Sie über den nebenstehenden Link unter „Mehr zum Thema“.

 

Für Fragen zur Arbeits- und Entgeltbestätigung für Wochengeld wenden Sie sich bitte an uns:

Service-Line +43 1 601 22-8000

linkE-Mail office.kc@wgkk.at